„DAS VERKLEBEN VON DESIGNBELÄGEN BRINGT FÜR ENDKUNDEN UND HANDWERKER ERHEBLICHE VORTEILE.“

Quelle: BOD Die Bodengestalter

Torsten Grotjohann ist tagtäglich im Auftrag für den perfekten Boden unterwegs. Als Sachverständiger hat er schon viel gesehen – hervorragend verlegte Böden, aber auch Böden, die nach kurzer Nutzung bereits erneuert werden müssen. Seine Beobachtung: In den letzten Jahren nimmt die lose Verlegung von Bodenbelägen immer stärker zu, da diese auf den ersten Blick, schneller, sauberer und kostengünstiger ist. Aus Grotjohanns umfangreichen Erfahrungen heraus, plädiert er dennoch klar für die feste Klebung von Bodenbelägen, denn die Vorteile überwiegen deutlich.

BODENBELÄGE WERDEN HEUTE OFT NICHT MEHR GEKLEBT – WARUM?

Bauherren und Renovierer wünschen sich eine schnelle und saubere Erneuerung des Bodenbelages. Wird vollflächig geklebt, dauert die Verlegung länger und nach der Nutzung ist der Bodenbelag oder Holzfußboden oft nur schwer zu entfernen. Zusätzlich verursacht das Abschleifen der Klebstoffreste Schmutz und kostet Zeit.

SCHNELLE, SAUBERE VERLEGUNG UND RÜCKSTANDSFREIE ENTFERNUNG, DAS SIND GUTE ARGUMENTE. WAS SPRICHT GEGEN DIE LOSE VERLEGUNG?

Auf den ersten Blick ist die lose Verlegung sinnvoll, da diese eine rückstandsfreie Entfernung garantiert. Aus technischer Sicht allerdings hat die lose Verlegung von Nutzbelägen gravierende Nachteile. Da ist zum einen die hohe Gefahr, dass sich die Beläge verformen oder schrumpfen, das heißt der Belag wölbt sich auf, verschiebt sich oder es entstehen unschöne Fugen. Werden die Beläge geklebt, minimieren sich diese Risiken weitestgehend. Letztendlich ist der Nutzer auch eingeschränkt, da nachträgliche Montagen von Möbeln, Türstoppern etc. nicht direkt zum Untergrundmöglich sind, entsprechende Hülsen sind erforderlich.

WELCHEN VORTEIL BRINGT DAS KLEBEN?

Dadurch dass der Klebstoff den Belag fest am Boden hält, reduzieren sich Maßänderungen des Bodenbelags und der Belag an sich vermag statische und dynamische Belastungen aufzunehmen. Aufwölbungen bzw. Verformungen können so verhindert werden. „Last but not least“ verbessert sich der Schallschutz und der Trittschall. Bei losen Verlegungen hingegen muss hier Einfluss über kostenintensive Unterlagen und natürlich den Nutzbelag selbst genommen werden. Oder der Nutzer nimmt die höhere Trittschallbelastung in Kauf.

GERADE BEIM EINSATZ VON FUSSBODENHEIZUNGEN BIETET DAS KLEBEN VORTEILE. WARUM?

Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle:Zum einen die Funktionalität der Fußbodenheizung und zum anderen die temperaturbedingten Maßänderungen des Nutzbelages. Bei der losen Verlegung und dem Einsatz von Unterlagen werden nicht nur unterschiedliche Lagen in der Fußbodenkonstruktion verbaut, sondern es kommt auch zu Luftschichten zwischen den einzelnen Materialien. Diese wirken sich in aller Regel negativ auf die Wärmeleitfähigkeit der Fußbodenebene aus. Folgerichtig wird die Fußbodenheizung in ihrer Funktionalität beeinträchtigt. Wird ein Untergrund jedoch vollflächig gespachtelt und nachfolgend ein Nutzbelag vollflächig geklebt verlegt, so ist eine bessere Wärmeleitfähigkeit die Folge. Ergänzend ist bekannt, dass gerade auf beheizten Fußbodenkonstruktionen Nutzbeläge hohen Anforderungen ausgesetzt sind und Verformungen verstärkt auftreten können. Der Klebstoff vermag in diesen Situationen Verformungen zu verhindern bzw. in einem ausreichenden Maße zu reduzieren.

ZUM KLEBEN BRAUCHE ICH EINEN FACHMANN, KLICKEN KANN ICH ALLEIN. WELCHE VORTEILE BIETET MIR DER FACHMANN?

Der Handwerker besitzt das technische Know-how. Er kennt die bauphysikalischen Zusammenhänge (Restfeuchte, aufsteigende Feuchtigkeit, Wärme- und Trittschalldämmung etc.) sowie die Erfordernisse an die Verlegung wie z.B. Untergrundebenheit, Bewegungsfugen etc. Nur der Fachmann kann Gegebenheiten vor Ort beurteilen, um so einen geeigneten Nutzbelag zu empfehlen. Zum anderen kann er die notwendige Untergrundvorbereitung fachmännisch umzusetzen. Im Grunde führt das Klicken bzw. die lose Verlegung zwangsläufig dazu, dass sich das Risiko für den Endverbraucher erhöht.

TORSTEN GROTJOHANN, SACHVERSTÄNDIGER ZUM THEMA KLEBEN VON DESIGNBELÄGEN

Torsten Grotjohann ist Inhaber und Leiter des IFF – Institut für Fußbodenbau. Der gelernte Raumaustattermeister ist als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer zu Köln für das Raumausstatterhandwerk, Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbetätig. Als Fachreferent und Autor ist Grotjohann in verschiedenen Fachzeitschriften und Publikationen vertreten und als Moderator auf Fachmessen in den Bereichen Technik und Verkaufsförderung bekannt. Im Bereich der Inneneinrichtung arbeitet Grotjohann außerdem als Einrichtungsberater und in der Bauausführungsüberwachung.

Versicherungstipp

Versicherungstipp zum Thema feste Verklebung

Ein schwimmend verlegter Boden (z.B. lose verlegte Designbeläge oder Laminat) ist nicht zwingend Teil der Gebäudeversicherung.

Nach §94 Absatz 2 BGB gehören zu den wesentlichen Bestandteilen eines Gebäudes die zur Herstellung des Gebäudes eingefügten Sachen, sprich ausschließlich fest verankerte oder verklebte Sachen.

Da ein lose verlegter Boden nicht fest mit dem Gebäude verankert ist, ist dieser also nicht zwingend über die Gebäudeversicherung versichert.

Natürlich ist es möglich, mit dem Versicherer individuelle Vereinbarungen zu treffen. Alternativ sollte der nicht verklebte Boden über die Hausratversicherung mitversichert werden.

 

Quelle: Der BOD Tipp:
Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen und sprechen Sie Ihren Versicherungsmakler auf die Problematik an.

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Um Schwarzarbeit zu vermeiden, fördert der Staat Handwerksleistungen und ermöglicht es auch Privatpersonen 20% der Arbeitskosten (inkl. Anfahrt) steuermindernd geltend zu machen. Reichen Sie einfach die Rechnung bei Ihrer nächsten Steuererklärung ein.

Warum Designbeläge verkleben?

"DAS VERKLEBEN VON DESIGNBELÄGEN BRINGT FÜR ENDKUNDEN UND HANDWERKER ERHEBLICHE VORTEILE.“

Parkett tut gut

Welche Themen interessieren die Deutschen am meisten? „Gesund leben“ und „stilvoll wohnen“ sind zu rund 36 bzw. 31 Prozent (Platz 4 und 9) ganz weit vorne mit dabei. Das ergab eine Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA) aus dem Jahr 2014. Gut, wenn man beides miteinander kombinieren kann – wie beispielsweise mit vollflächig geklebtem Parkett.

 

Wohngesundheit

Wie gesund sind Baustoffe und Materialien in den eigenen vier Wänden? Nicht nur Menschen, die unter Allergien oder Asthma leiden, beschäftigen sich heutzutage intensiv mit dieser Frage. Wohngesundheit ist zu einem Thema geworden. Wie jeder selbst zu einem gesunden Raumklima beitragen kann und welchen Einfluss insbesondere der Bodenaufbau hat, erläutert Dr. Norbert Arnold vom Technischen Produktservice bei Uzin.